Schulleben

Die „Integrierte Gesamtschule Vier Tore“ begreift sich als Schule für alle Schülerinnen und Schüler. Die gemeinsame Schulzeit von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlicher Begabung, Herkunft, Neigungen und Interessen bildet die Grundlage für ein farbenfrohes und soziales Lernen und spiegelt die Beschaffenheit unserer Gesellschaft wieder.

An der „Integrierten Gesamtschule Vier Tore“ werden momentan 600 Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer individuellen Möglichkeiten beschult und zum Schulabschluss geführt.

Unsere Schule greift auf eine lange Tradition des gemeinsamen Lernens zurück und befindet sich seit dem Jahr 2009 in den Häusern des „alten Sportgymnasiums“. Diese wurden bis 2009 grundlegend renoviert und baulich den Bedürfnissen an einen modernen Unterricht angepasst.

Als Ganztagsschule stellen wir über den Unterricht hinaus weitere Angebote bereit, die die Interessen der Schülerinnen und Schüler aufnehmen und ihre individuellen Neigungen und Fähigkeiten fördern sollen.

Auch das Schülerpraktikum hat für uns einen besonderen Stellenwert und ist beginnend mit der 7. Klasse in jeder Jahrgangsstufe fest eingeplant. Hierdurch ermöglichen wir den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Arbeitswelt und bieten eine Hilfestellung bei der Gestaltung von Zukunftsvorstellungen.

Aktuelles

Digitalisierung schreitet voran (09. März 2021)

Neben vielen Einschnitten bringt der Distanzunterricht auch neue Möglichkeiten. Ein Live-stream mit einem Professor aus Oxford ist eine davon.

Zeitungsausschnitt aus dem Nordkurier vom 07. März 2021

Oxford-Professor stellt sich Schüler-Fragen

Welche Vorzüge die Digitalisierung haben kann, erfuhr jetzt der Englisch-
Leistungskurs an der Integrierten Gesamtschule „Vier Tore“. Ihr Lehrer hatte kurzerhand einen Oxford- Professor eingeladen.

Die Debatte um das genetische Perfektionieren von Embryonen dürfte schon in der eigenen Sprache kompliziert und herausfordernd sein. „Designerbabys“
lautet das Schlagwort der Auseinandersetzung, die Biologen und Ethiker führen, seitdem die Technologie die Veränderung des Erbgutes – etwa um Erbkrankheiten vorzubeugen
– möglich macht. Wer international und ohne den wissenschaftlichen Hintergrund mitreden
möchte, sollte bestenfalls einen Englisch-Leistungskurs belegt haben. Oder ganz aktuell bei Peter Liebisch im Englisch-Leistungskurs an der Integrierten Gesamtschule
„Vier Tore“ sein. Die dreizehn Schüler lasen sich in die Debatte hinein, diskutierten,
formulierten Fragen. Doch dabei sollte es dieses Mal nicht bleiben. „Ich fand es schade, dass der Unterricht damit beendet sein sollte“, sagt Liebisch. „Wer Fragen hat, hat auch ein Recht auf Antworten.“

Deswegen habe er die Frechheit besessen, den Experten aus dem analogen Schulbuch ganz digital anzuschreiben. Die Mail ging an die Universität Oxford, an eine der renommiertesten Universitäten Großbritanniens und der Welt. Würde sich ein Professor von dort für Schüler in Neubrandenburg Zeit nehmen? Es folgte eine erste Ernüchterung.
Der Professor verweilt derzeit nicht in Oxford, sondern geht einem Lehrauftrag im australischen Melbourne nach. Eine Videokonferenz wäre schon wegen der Zeitumstellung
kompliziert geworden.

Schüler stellen Professor
tief greifende Fragen

Doch er kümmerte sich um hochkarätigen Ersatz. Thomas Douglas, Professor für angewandte Philosophie sowie Direktor für Forschung und Entwicklung am Uehiro
Zentrum für Praktische Ethik der Philosophischen Fakultät in Oxford sagte tatsächlich
zu. „Das fand ich schon großartig“, sagt der 31-jährige Lehrer Liebisch stolz. Denn auch Douglas sei ein absoluter Experte auf dem Gebiet des Bioengineering. Der Professor selbst musste seinen virtuellen Auftritt im Neubrandenburger Klassenzimmer bei seiner Unileitung sogar anmelden, doch auch die hatte nichts dagegen. Für Liebisch, seit 2019 an
der Schule, eine perfekte Gelegenheit zu zeigen, welche unterrichtserweiternden
Möglichkeiten die weltweite Vernetzung mit sich bringt. Den Digitalisierungsgrad an seiner Schule bezeichnet der junge Lehrer dabei als „eher durchschnittlich“. Einige Räume haben W-Lan, die Lehrergeräte für den Distanzunterricht kommen wohl aber erst im Juni. Für das Treffen mit dem Oxford- Professor ist die Technik hingegen vorhanden. Raum- Mikrofone wurden installiert, Schüler der 11. Klasse meldeten sich ebenfalls via Videokonferenz an, auch einige Lehrerkollegen wollten dabei sein. Und der Termin klappte. „Die Schüler haben wirklich tief greifende Fragen gestellt“, lobt Liebisch. Etwa, ob das genetische Perfektionieren später nur etwas für die Reichen sein wird und die Ungleichheit fördern wird. Nein, sagte Douglas, inhaltlich sichtlich gefordert. Das öffentliche Gesundheitswesen
müsste das Ganze finanzieren. So würde sogar mehr Gleichheit geschaffen.
Ein Thema für eine unbestimmte Zukunft. Die Digitalisierung an der Schule liegt da näher. Auch, um die „Kompetenzen des 21. Jahrhunderts zu vermitteln“; wie Liebisch es nennt. Die Übertragung nach Oxford hielt immerhin stand.